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Archer Courts
Chinatown, Chicago, USA 2001

 

Wohnhochhäuser: Einst Vorzeigemodelle der architektonischen Moderne, nach 1945 oft als billige Massenware ausgeführt, gelten sie mittlerweile nicht nur in den USA als soziale Brennpunkte. Im Rahmen des aktuellen Wohnbauprogramms Hope VI werden sie bevorzugt durch kleinteilige Reihenhaussiedlungen ersetzt, die mit sozialer Durchmischung „Problemviertel“ aufwerten sollen. Die zwei Wohnscheiben des Archer Courts konnten von engagierten Projektentwicklern vor dem Abriss bewahrt werden. Die Aufwertung erfolgte mit wenigen Eingriffen und ohne Verdrängung der großteils sinoamerikanischen Bewohnerinnen und Bewohner, viele davon im Seniorenalter. Der vorherrschende Wohnungstyp einer Zweizimmerwohnung mit Kochnische wurde weitgehend beibehalten, während durch die klimatische Schließung und farblich atmosphärische Neugestaltung der Laubengänge vielfältige Gemeinschafts- bereiche entstanden. Kinder können jetzt in Sichtweite der Wohnung spielen, die Großeltern treffen sich auf einen Tratsch und genießen den atemberaubenden Blick auf die Skyline von Chicago. Kein Grund, auf die zu ihren Füßen neu gebauten Reihenhäuser neidisch zu sein.

 

Angelika Fitz

 

Sanierung des Bestandes aus den 1940er-Jahren


Architektinnen/Architekten:
Landon Bone Baker Architects

 

Diashow

 

 

 

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Foto: © Lee Bey, 2008

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Archer Courts – eine Erfolgsgeschichte Chicago, November 2008

 

Ein kühler Herbstmorgen im Chicagoer Sozialwohnbaukomplex Archer Courts. Warm eingemummte Passantinnen und Passanten trotzen den eisigen Winden, die vom weniger als zwei Meilen östlich gelegenen Lake Michigan hereinwehen. Einst hatte Archer Courts stark unter diesen Winden zu leiden. Abgesehen vom Erdgeschoss wurden die Wohnungen der siebenstöckigen Gebäude nämlich über offene Laubengänge mit einer Art Maschendrahtgeländer erschlossen. So waren die Bewohnerinnen und Bewohner zu einem Spießrutenlauf zwischen kaltem Wind, Regen, Schnee und anderen Launen der Natur gezwungen, ganz zu schweigen vom Müll und von den Obdachlosen, die hier gelegentlich ein Plätzchen zum Schlafen suchten.

Doch diese Tage gehören nun der Vergangenheit an. Der Gebäudekomplex – Archer Courts besteht aus zwei einzelnen Bauten in einem Abstand von etwa 120 Fuß – und die dazugehörige Anlage wurde vor etwa zehn Jahren renoviert. Damals wurden die Laubengänge mit einer transparenten Glasfassade umschlossen, die die verrufenen Gänge in komfortable, farbenfrohe und witterungsfeste Orte verwandelte, an denen sich die Bewohnerinnen und Bewohner zum Ausspannen und Spielen treffen.

Die Anlage war 1951 erbaut worden – und zwar im chinesischen Viertel am Rande der Archer Avenue, drei Meilen südlich des Stadtzentrums – und galt als Symbol für die problematische Entwicklung, die der soziale Wohnbau in Chicago genommen hatte. Und dies, obwohl Archer Courts international nie so verrufen war wie etwa die wesentlich größeren berüchtigten Siedlungen der Stadt, Cabrini-Green und Robert Taylor Homes. Die Gebäude, obzwar mit den allerbesten Absichten errichtet, verwahrlosten im Laufe der Jahre, die Zahl der Verbrechen stieg. „Archer Courts wirkte wie ein Fremdkörper, obwohl der Komplex zu unserem Viertel gehörte“, erklärt ein Bewohner des Chinesenviertels. Doch im Jahr 1999 nahte Rettung in Gestalt eines umfassenden, vom amerikanischen Staat geförderten Programms, in das die Siedlung mit ihren 147 Wohneinheiten aufgenommen wurde und das eine Erneuerung bzw. Schleifung der Chicagoer Sozialwohnungen vorsah. Das Projekt, das die Bezeichnung „The Plan for Transformation“ trug und vom amerikanischen Hope VIProgramm finanziert wurde, beseitigte die riesigen Siedlungen der Chicagoer Wohnbaubehörden – darunter auch die Robert Taylor Homes und einen Großteil des Cabrini- Green-Komplexes – und ersetzte sie durch Anlagen für Menschen aller Einkommensschichten. Archer Courts wurde den Chicagoer Behörden von einem privaten Unternehmen namens Chicago Community Development Corporation für 650.000 US-Dollar abgekauft. Für die Renovierung des Komplexes sicherten sich die neuen Eigentümer 6,5 Millionen US-Dollar an staatlichen Förderungen – das kam billiger als ein vollständiger Abriss. ...

 
Lee Bey


Übersetzung aus dem Englischen: Elfi Cagala

 

Volltext siehe Katalog


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