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Social Housing in Mulhouse
Îlot Schoettlé, Mulhouse, Frankreich 2005

 

Noch kleiner und noch kompakter lautet die traditionelle Formel für den effizienten Massenwohnungsbau. Die experimentelle Reihenhaussiedlung Cité Manifeste will diesen Trend umkehren: von der Minimalwohnung zur Maximalwohnung für alle. Von den fünf beauftragen Architekturteams erfüllen Lacaton & Vassal am radikalsten die Forderung nach mehr Volumen und mehr Spielraum für die individuelle Aneignung. Mit billigen Industrieprodukten und dem Verzicht auf Highend-Details produzieren sie zum üblichen Preis fast doppelten Raum. Auf einem Sichtbetongeschoss sorgt eine Gewächshauskonstruktion aus Polykarbonat im Obergeschoss für grosszügige Belichtung bei einer Wohnungstiefe von 18 m, wobei nur zwei Drittel thermisch isoliert sind. Den Rest sollen die Bewohnerinnen und Bewohner mithilfe von Schiebeelementen und Sonnensegeln selbst klimatisch steuern, ähnlich wie sie die nicht in Zimmerunterteilten Lofts erst erobern müssen. Die Rauheit der Ausführung erleichtert das Andocken und die flexible Schaltbarkeit der semitransparenten Wintergärten ermöglicht visuelle, wenn auch nicht akustische Privatheit im engen Siedlungsraster.

 

Angelika Fitz

 

Private Vorgärten im Wechsel mit Garageneinfahrten


Architektinnen/Architekten:
Lacaton & Vassal Architectes

 

 

 

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© Eric Firley, 2008

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Die Herausforderung des Bewohnens Mulhouse, September 2008

 

Eine experimentelle Siedlung in Mulhouse,  betitelt als Cité Manifeste, sorgte zur Zeit  ihrer Fertigstellung 2005 für großes Medienecho.  Die Tagespresse und Fachzeitschriften  machten beispielsweise mit Schlagzeilen wie  „Günstig und gut“ (1), „Manifest für neue soziale  Wohnbauten“ (2) oder „Lofts im sozialen  Wohnbau“ (3) auf die Ungewöhnlichkeit  der von fünf Architektinnen- und Architektenteams  geplanten Wohnbauten aufmerksam.  Das Projekt hatte sich zur Aufgabe  gestellt, unter Verwendung kostengünstiger,  im Wohnbau unüblicher Materialien  größere und offenere Räume anzubieten,  diese aber zum Preis von Wohnungen mit  Standardgrößen zu vermieten. Mit enormer  Neugierde begegneten die Medien  der Frage, ob man hier ein neues Modell  für den sozialen Wohnbau geschaffen hätte.  Viele der Artikel endeten mit dem Zusatz,  man werde erst im Laufe der Zeit beurteilen  können, ob das experimentelle Projekt die  hohen Ansprüche erfüllt.  

 

Die Ausstellung Wohnmodelle bietet  die Gelegenheit, die Wohnbauten drei Jahre  nach ihrer Fertigstellung zu besuchen und  den Bauteil des Büros Lacaton & Vassal  genauer zu betrachten. Dieser kommt von  den fünf Projekten am konsequentesten der  Forderung des Gesamtprojektes nach, die  Bewohnerinnen und Bewohner als Akteurinnen  und Akteure in die Gestaltung ihres  Wohnraumes miteinzubeziehen.  

Den historischen Hintergrund für das  Projekt bildet die Cité Ouvrière, eine Arbeiterinnen-  und Arbeitersiedlung, in deren  Kontext sich die neuen Reihenhäuser befinden.  Um der untragbaren Wohnsituation  der Arbeiterinnen und Arbeiter zu begegnen,  wurde die Société mulhousienne des  cités ouvrières (SOMCO) gegründet, die  noch heute im sozialen Wohnbau tätig ist.  Im Jahre 1853 begann diese mit dem Bau  der Anlage, deren Häuser über das System  des Mietkaufes in den Besitz ihrer Bewohnerinnen  und Bewohner übergingen. Der  für diese Ansiedlung entworfene Haustyp,  der so genannte „carré mulhousien“, der  vier Häuser, durch eine kreuzförmige Wand  getrennt, zu einem Gebäude zusammenfasst,  hatte sich bewährt und als sehr erweiterungsfähig  erwiesen. Über die Jahrzehnte  wurde er, da im Privatbesitz, nach Bedarf  umgebaut, sodass im heutigen Zustand der  alten Cité der ursprüngliche Typus kaum  wieder zu erkennen ist. ...

 

(1) Judith Solt, archithese 4.2005
(2) Julien Brygo: „À Mulhouse, un manifeste pour de nouvelles HLM“, in: L’Humanité, 13. August 2005
(3) Axel Simon, „Lofts im sozialen Wohnbau“, in: Der Standard, 12. März 2005

 

Lisa Schmidt-Colinet
 

Volltext siehe Katalog


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