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Tierra Nueva Farm Labor Housing
Alamosa, Colorado, USA 2005

 

Bei der Entwicklung von neuen Siedlungsformen für Arbeiterinnen und Arbeiter haben sich schon immer sozialreformerische und wirtschaftliche Interessen überschnitten. Dem demografischen Wandel Rechnung tragend richtet sich eine aktuelle Initiative der Colorado Rural Housing Development Cooperation an landwirtschaftliche Wanderarbeiter aus Lateinamerika – sofern sie über eine Aufenthaltsgenehmigung verfügen. Als Alternative zum nomadischen Leben in Autos und Trailern werden preiswerte Mietwohnungen und Reihenhäuser angeboten, die in Zweispännertypen mit vier Zimmern oder in Dreizimmer- Maisonetten Platz für die ganze Familie bieten. Für die Kommunen soll die lokale Bindung der Wanderarbeiter Kaufkraft in den von Landflucht betroffenen Gegenden sichern. Das kontrollierte Erscheinungsbild der Sozialbauten fügt sich in die Einfamilienhausstruktur der Umgebung, um den Marktwert der Nachbargrundstücke nicht zu gefährden – eine gängige Philosophie in den USA, die auch das Hope VI-Programm verfolgt. Diese Anpassungsleistung wird von vielen Bewohnerinnen und Bewohnern als Chance zum sozialen Aufstieg gesehen.

 

Angelika Fitz

 

Reihenhäuser für Wanderarbeiterinnen und -arbeiter


Architektinnen/Architekten:
Faleide Architecture Studio

 

 

 

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Foto: © Lee Bey, 2008

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Keine Migrantinnen und Migranten mehr Alamosa, Oktober 2008

 

Das Leben eines Wanderarbeiters, der im San Luis Valley, Colorado, in der Agrarindustrie sein Auskommen sucht, ist in der Regel mühsam und entbehrungsreich. Es ist gekennzeichnet durch notdürftige Behausungen und Trips von bis zu tausend Meilen pro Jahr, immer auf der Jagd nach den Arbeitsund Verdienstmöglichkeiten, die sich mit dem Beginn jeder neuen Anbauperiode in Colorado und im benachbarten New Mexico ergeben.

Doch die Menschen von Tierra Nueva, einer Wohnsiedlung in Alamosa, Colorado, haben es besser. Der aus siebenunddreißig Einheiten bestehende, 4,1 Millionen US-Dollar teure Komplex aus Mietreihenhäusern und zweistöckigen Mehrfamilienhäusern bietet nicht nur den im südlichen Colorado Valley schuftenden Arbeiterinnen und Arbeitern ein permanentes Zuhause, sondern auch ihren Familien. Statt in beengten, temporären Unterkünften oder gar in Autos zu wohnen, leben die Bewohnerinnen und Bewohner von Tierra Nueva in einer farbenfrohen, landschaftlich schön gelegenen Kommune, die nur zwanzig Meilen von der lokalen Agrarindustrie entfernt ist.

Tierra Nueva ist Teil der aktuellen Bemühungen des Bundesstaates Colorado zum Bau von Wohnanlagen, die die heiß begehrten Arbeiter anlocken und in der Region halten sollen. Der Umsatz der Agrarindustrie in Colorado beläuft sich auf 7 Milliarden US-Dollar pro Jahr, wobei ein Großteil des Geldes aus dem fruchtbaren San Luis Valley stammt, wo auch die Stadt Alamosa und Tierra Nueva liegen. Menschen, die über saubere und komfortable Wohnmöglichkeiten verfügen, sind bessere Arbeiter – eine Idee, die alles andere als neu ist. So ließ der amerikanische Eisenbahnwaggonbauer George Pullman in den 1890er-Jahren südlich von Chicago eine Musterstadt für seine Arbeiter errichten. Und Sir Titus Salt rief bereits in den 1870er-Jahren in der Nähe von Bradford, England, die Siedlung Saltaire ins Leben, um die Arbeiter seiner Tuchfabrik mit hochwertigen Wohnungen zu versorgen. ...

 

Lee Bey


Übersetzung aus dem Englischen: Elfi Cagala

 

Volltext siehe Katalog


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