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Shinonome Canal Court, Block 1
Tokio, Japan 2003

 

Auch in Japan funktionieren große Wohnblocks seit der Nachkriegszeit meist wie Hochregale, in denen redundante Wohnungstypen, orientiert am Modell der Kernfamilie, gestapelt werden. Vor dem Hintergrund veränderter Lebensstile will das 420 Einheiten umfassende Shinomome Canal Court-Projekt (Block 1) die verdichtete Großform neu interpretieren und dabei die spezifischen urbanen Potenziale einer großen Kubatur nutzen. Unter dem Titel SOHO (small office/home office) werden Wohnungen mit vorgeschalteten „neutralen“ Zonen angeboten, deren Glasfronten an öffentliche Foyers grenzen, die wiederholt als zweigeschossige Loggien in den Baukörper eingeschnitten sind und die zentralen Erschließungskorridore belichten und belüften. Fallweise gruppieren sich um diese gemeinschaftlichen Freibereiche Einzelboxen, die als Büro, Hobbyraum oder Kinderhort bespielt werden können. Die teils zweigeschossigen Wohnungen verfügen über offene, mit Faltwänden veränderbare Grundrisse und oft über ein lichtdurchflutetes, an der schmalen privaten Loggia situiertes und zum Wohnraum hin transparentes Bad.

 

Angelika Fitz

 

Maximale Dichte


Architektinnen/Architekten:
Riken Yamamoto & Field Shop

 

 

 

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Foto: © Takahiro Tanabe, 2008

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Für einen neuen Lebensstil in der Stadt Tokio, Oktober 2008

 

Öffnen wir eine Glastür von der begrünten Gemeinschaftsterrasse und blicken dabei ins Rauminnere, so befinden wir uns mitten im Empfangsraum des Architekturbüros des Ehepaares Tanabe. Das helle Rauminnere verfügt über großzügige Fenster. Ein gläserner Besprechungstisch und einige Aquarien prägen den ersten Eindruck des Raumes. Transparenz im Überfluss, ein Gefühl von Klarheit und Reinheit. Eine Auswahl an geschmackvollem Mobiliar und Kleinutensilien. Die hier und dort abgelegten kleineren Objekte sind Ausdruck der Lebensfreude der beiden hier Wohnenden.

Die beiden betreiben hier gemeinsam ein Architekturbüro. Herr Tanabe hatte seinerzeit im Architekturbüro von Riken Yamamoto gearbeitet und war dort selbst an der Planung dieses Wohnkomplexes beteiligt. Im Planungsteam unter der Leitung von Herrn Yamamoto ließ er damals seinen Träumen freien Lauf. Und heute wohnt er tatsächlich selbst in seinem damaligen Traumgebäude. So selbstverständlich war das aber gar nicht, denn der Apartmentkomplex hatte bei Fertigstellung einiges Aufsehen erregt, was zur Folge hatte, dass es 50 Mal mehr Bewerberinnen und Bewerber gab als Wohnungen. Die Tanabes hatten einfach riesiges Glück.

So wie in vielen Ländern weltweit, entstanden auch im Japan des 20. Jahrhunderts unzählige Apartmentblocks, insbesondere in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts, genauer gesagt nach dem Zweiten Weltkrieg, als akute Wohnungsknappheit herrschte, die der Staat durch den massenweisen Bau von Wohnblocks auszugleichen suchte. Dennoch ist der Gebäudetyp Wohnblock in Japan an sich noch lange nicht ausgereift und seine architektonischen Probleme sind bis heute ungelöst.

Einfach ausgedrückt sind die staatlichen Wohnblocks zwar funktionell und preislich günstig, jedoch stereotyp und immer nach demselben Muster umgesetzt. Bis heute ist es nicht gelungen, sich aus den moralischen Klauen der Nachkriegszeit zu befreien, als es nur galt, ein Minimum an Wohnatmosphäre zu schaffen. Von der Privatwirtschaft errichtete Komplexe werden von Markttrends beherrscht und sind so gestaltet, dass ihr Design oft jeglichen Nutzens entbehrt und schlussendlich doch wieder einem Schema folgt, das sich – weil damit besser verkäuflich – ständig wiederholt. Ob nun aus öffentlicher oder privater Hand, in beiden Fällen stand das Thema Lebensqualität nicht im Mittelpunkt des Interesses. Was aber keineswegs auf das Fehlen kreativer Vorschläge der Architektinnen und Architekten zurückgeführt werden kann. Wer einen Blick auf die historische Entwicklung von Wohnblocks in Japan wirft, erkennt sofort, dass die Architektinnen und Architekten enorme Energie in die Entwicklung solcher Gebäudetypen steckten und dadurch auch rege Diskussionen hervorriefen. An der Gesamtzahl solcher Bauten gemessen, ist das aber nur ein verschwindend geringer Anteil – de facto zu gering, um eine Trendwende einzuleiten. ...

 
Souhei Imamura


Übersetzung aus dem Japanischen: Renate Leeb

 

Volltext siehe Katalog


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