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POS – Social Housing
Krapinske Toplice, Kroatien 2003

 

Der Thermalort Krapinske Toplice ist mit seiner idyllischen Hügellandschaft ein ideales Ziel für Stadtflüchtlinge aus dem 40 km entfernten Zagreb. Um dem postsozialistischen Einfamilienhausboom partiell Einhalt zu gebieten, braucht es besondere Verlockungen, wie einen Geschosswohnbau mit Splitlevels, die sich mitunter über drei Ebenen ziehen, vielfach direktem Gartenzugang und einem sozial verträglichen Preis, den das 2001 initiierte Wohnbauprogramm POS vorgibt. Den Architektinnen lag darüber hinaus daran, das Erscheinungsbild mit Anleihen an ländliche Pultdächer und Holzzäune in die Umgebung einzufügen. Während die äußere Gestalt von vielen Bewohnerinnen und Bewohnern eher in Kauf genommen wird, erfolgt die Aneignung des großzügigen Innenraums enthusiastisch, wobei die Umbautätigkeiten dazu tendieren, zusätzliche Fläche durch Podeste und Balkone sowie mehr Privatheit zu gewinnen. So wurden die ursprünglich transparenten, als semiprivate Pufferzone in die Laubengänge ragenden Boxen blickdicht gemacht, während die Treppenpodeste und Sitznischen weiterhin beliebte nachbarschaftliche Treffpunkte sind.

 

Angelika Fitz

 

Reihenhausartiger Geschosswohnbau als Alternative zum Einfamilienhaus


Architektinnen/Architekten:
Iva Letilovic & Morana Vlahovic

 

 

 

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Foto: © Bewohnerinnen und Bewohner von Krapinske Toplice, 2008

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Heterotopie statt Utopie? Ein Wohnhaus in Krapinske Toplice Krapinske Toplice, Oktober 2008


Das Städtchen Krapinske Toplice liegt in einer Senke der malerischen Landschaft Hrvatsko Zagorje, einer Region im Nordwesten Kroatiens, die für ihre heilenden Thermalquellen bekannt ist. Im Ort selbst und in seiner Umgebung gibt es fünf Krankenhäuser und Rehabilitationszentren mit einer Tradition, die bis in die Antike zurück reicht, so dass Medizin- und Gesundheitstourismus die wichtigsten Wirtschaftszweige sind, in denen auch die Mehrzahl der Bevölkerung beschäftigt ist. So wie die meisten Siedlungen im Hrvatsko Zagorje hat auch Krapinske Toplice keine ausgeprägte urbane Physiognomie, vielmehr handelt es sich um lockere, der Hauptstraße entlang verlaufende Konurbationen. Deshalb geht oft ein Ort in den nächsten über und ganz Zagorje wirkt wie eine große Streusiedlung mit einzelnen Akzenten, wie hier und da eine Festung oder ein barocker Landsitz. Das Zentrum von Krapinske Toplice wird von einem großen Komplex öffentlicher Wasserbecken mit bizarr geformten Dachkonturen eingenommen, an dem bereits seit neun Jahren gebaut wird, wobei ein Ende der Arbeiten nicht abzusehen ist. Die Becken, die zu Zeiten des Sozialismus ein beliebter Treffpunkt für Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Region waren, fielen im Zuge des Privatisierungsprozesses einem lokalen Unternehmer zu, der keine besondere Initiative zeigt, die Anlage fertig zu stellen, die das Herzstück der Identität des Ortes und eine der wichtigsten potenziellen Einnahmequellen des Gemeinwesens darstellt. Außer durch einige eklektizistische Bauten aus der k. u. k.-Zeit hebt sich Krapinske Toplice jedenfalls nicht durch besonders interessante Architektur hervor.

Und doch – wenn man mit dem Auto aus Richtung Zagreb in den Ort kommt und die Kurve mit der Ortstafel passiert hat, taucht hinter einem Hügel überraschend ein horizontales, dunkelbraunes Gebäude auf, in einer etwas erhöhten Position, die den Körper des Hauses in allen Perspektiven erkennen lässt. Der Eindruck, den das Gebäude hinterlässt, ist ambivalent und etwas seltsam, schwankt zwischen einem relativ neutralen, „normalen“ Erscheinungsbild und einer gewissen Dramatik, die durch das gut komponierte, in den Boden geschnittene Volumen hervorgerufen wird. Der Verputz in der Farbe von Schnittholz und das Pultdach schaffen eine Verbindung zum lokalen Kontext und der Tradition ländlicher Bauten. Andererseits wurde das Längsvolumen mit dem regelmäßigen Rhythmus gleichformatiger französischer Fenster senkrecht zum Hang gestellt, so dass es scheint, als ob das Gebäude im Gelände verankert wäre, während der Giebel zum Tal weist, als ob es abheben wollte. Der Kontrapunkt zwischen dem prismatischen Baukörper und der Landschaft wird gleichzeitig durch die Geometrie betont und durch die Farbe gedämpft, während die hintereinander gereihten, aus dem Dach ragenden Rauchfänge an den Wohnzweck erinnern. Es handelt sich um den Mehrparteienbau der Architektinnen Iva Letilovic und Morana Vlahovic, die zum Zeitpunkt der Planung und der Errichtung in den Jahren 2001–2003 erst das 30. Lebensjahr vollendeten. ...

 
Maroje Mrduljas

 

Volltext siehe Katalog


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