Deutsch | English

 

:: Home | :: Statement | :: Projekte | :: Essays | :: Ausstellungsansichten | :: Research und Vorträge | :: Presse | :: Credits | :: Kontakt

 

 

 

 

 

 

 

:: Archer Courts

 

 

:: Social Housing in Mulhouse

 

 

:: Tierra Nueva Farm Labor Housing

 

 

:: Elemental Iquique

 

 

:: Moriyama House

 

 

:: Shinonome Canal Court, Block 1

 

 

:: Wohnüberbauung Balance Uster

 

 

:: POS - Social Housing

 

 

:: Eine Häuserzeile - 17 Reihenhäuser

 

 

:: Sargfabrik

 

 

:: Miss Sargfabrik

 

 

:: ten in one - Anklamer Straße 52
9.jpg

Eine Häuserzeile – 17 Reihenhäuser
Roosendaal, Niederlande 2005

 

Das Reihenhaus ist in den Niederlanden die am häufigsten gebaute Wohnform. Die Rolle der Architektinnen und Architekten beschränkt sich dabei zunehmend auf eine möglichst abwechslungsreiche Gestaltung der Fassaden, während der beliebte doorzonwoning- Grundriss mit seinem über die gesamte Haustiefe reichenden, beidseitig belichteten Wohnzimmer standardisiert abgehandelt wird. Kempe Thill beanspruchen bei den Reihenhäusern in Roosendaal wieder die Gesamthoheit. Sie radikalisieren einerseits die Typologie, indem sie die Funktionszonen an den Rand schieben und der schmale Wohnraum mit einem zweigeschossigen Luftraum, einer durchgehenden, reflektierenden Sonnenschutzverglasung und einer teilweise offenen Galerie Loftcharakter erhält. Andererseits bekennen sie sich zur uniformen, repräsentativen Straßenfassade, bei der sie viel Energie in die Entwicklung eleganter Details stecken, um auch einem sozialen Wohnbau „Würde“ zu verleihen, während die Rückseite mit Geräteschuppen und Sichtschutz, ähnlich wie in alten Gartenstadtmodellen, zur informellen Aneignung freigegeben wird.

 

Angelika Fitz

 

Das absolute Low-cost, Highend-Reihenhaus


Architektinnen/Architekten:
Atelier Kempe Thill

 

 

 

09_reihenhaus17.jpg

Foto: © Jessica van der Gaag, 2008

roos_01.jpg roos_02.jpg roos_03.jpg roos_04.jpg roos_05.jpg

Das Wesen des Reihenhauses Roosendaal, Oktober 2008


„Sich normal benehmen, ist schon verrückt genug“, lautet ein oft gebrauchtes niederländisches Sprichwort. Das trifft bestimmt auch auf die traditionelle, südliche Stadt Roosendaal zu. Trotzdem wurde hier 2005 ein experimenteller Baublock fertig gestellt, dessen 17 Reihenhäuser außerdem im Handumdrehen verkauft wurden. Die Architekten holten das Maximum aus dem Standardgrundriss und dem geringen Budget heraus. Das Ziel des Auftraggebers, sich mittels innovativer Architektur zu profilieren, wurde erreicht. Der Block ist ein Manifest von Puristen – in dem sich die Bewohnerinnen und Bewohner, nach eigenen Aussagen, einfach wohlfühlen.

1999 schreibt die Baugenossenschaft Aramis einen Wettbewerb für junge Büros unter dem Titel „Wohnen im Jahr 2000“ aus. Ziel dieses Wettbewerbs war es, ein innovatives Projekt zu erhalten, mit dem sich Aramis profilieren und Erfahrung mit experimentierfreudigen Architektinnen und Architekten sammeln kann. Das Atelier Kempe Thill gewinnt den Wettbewerb und wird 2001 von Aramis mit dem Entwurf für ein Seniorenhochhaus und einer Reihenhaussiedlung an der Telefoonstraat in Kalsdonk, einem Problemviertel im Norden Roosendaals, beauftragt. Bedingt durch die Lage erhält das Projekt noch eine zusätzliche Aufgabe, und zwar soll es durch ein differenzierteres Wohnungsangebot das Image des Viertels verbessern. 2001 besteht das Atelier Kempe Thill noch keine zwei Jahre und hatte sich in dieser kurzen Zeit zwar einen guten Ruf durch seine konzeptionellen Arbeiten erworben, aber noch kaum etwas gebaut. André Kempe und Oliver Thill, die Gründer des Büros, empfinden die zeitgenössische Architektur als von ihrem eigentlichen Zweck entfernt und möchten mit ihren Entwürfen dem entgegenwirken.

Wouter Elema, damals Projektleiter bei Aramis, lobt den Enthusiasmus und die Kreativität des Büros: „Nichts ist Standard, sie betrachten alles als eine Herausforderung und gehen der Diskussion nicht aus dem Weg. Die Architekturschaffenden, mit denen wir normalerweise arbeiten, entwerfen eine Fassade für ein Standardhaus und auf Verlangen wird an den Plänen etwas geändert. Atelier Kempe Thill erhielten die gleichen Freiheiten wie andere Büros, mit dem Unterschied, dass sie diese auch wirklich nutzten. Das Experiment, uns durch die Umsetzung eines innovativen Projektes in Roosendaal einen Namen zu machen, ist geglückt, wenngleich alles ein sehr langer Prozess war. Wir haben daraus gelernt, dass diese Arbeitsweise eine Reaktion auf die Marktlage wesentlich erschwert.“ ...

 
Martine Bakker

 

Übersetzung aus dem Niederländischen: Henning Dalhuisen

 

Volltext siehe Katalog


Größere Kartenansicht

 

 

© MVD Austria | 2017/08/18 | login

MVD Austria | Mariahilferstrasse 93/2/24 | 1060 Wien | mvd[at]mvd.org | fon +43 1 969 1900 | fax +43 1 969 1900 99 | http://www.mvd.org